Industrie- und Filmmuseum Wolfen

Industrie- und Filmmuseum WolfenDie Ausstellung „100 Jahre Filmfabrik Wolfen“ wird am 22. Juli, 18 Uhr, im Industrie- und Filmmuseum Wolfen eröffnet.

Existenzgründerin eröffnet Tierarztpraxis

Am 29. Mai eröffnet die Existenzgründerin Frau Dr. Sandra Unglaube offiziell ihre Tierarztpraxis für Klein- und Großtiere in Raguhn.

Vierbeiner auf großer Fahrt
Foto: Steve Prinz, pixelio.deDie Ferien haben begonnen. Für Kurzentschlossene gibt's auch Last-Minute-Reisen für Hunde und deren Besitzer.
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Russland

Hristos Razdejetsja

Die Verehrung für St. Nikolaus hat in Russland und in der orthodoxen Kirche Tradition seit dem 11. Jahrhundert. Nach der kommunistischen Revolution wurde Nikolaus durch Großväterchen Frost mit seiner Helferin Schneeflöckchen ersetzt. Es wurden die christlichen Feiertage abgeschafft, womit auch die Christbäume den Reformen zum Opfer fielen - allerdings nur formal.
 
Das Neujahrsfest wurde zum zentralen Feiertag erklärt und der Christbaum mutierte zum Neujahrsbaum. Letztlich wurden den Kindern die Geschenke von Großväterchen Frost ebenfalls zu Beginn des neuen Jahres gebracht. Somit wurde nicht völlig mit den Traditionen gebrochen und es hatte dennoch alles wieder seine Ordnung.
 
Da die russische orthodoxe Kirche den Julianischen Kalender verwendet, fällt das Weihnachstsfest nicht auf den 25. Dezember, sondern auf den 7. Januar. Die Russen feiern Weihnachten im Kreise der Familie und essen in der Regel Pasteten, Fleischknödel und Kuchen. Für die Erwachsenen gibt es zusätzlich den berühmten Wodka.
 
Obwohl im letzten Jahrzehnt auch in Russland wieder die Freiheit für religiöse Feiern gegeben ist, hat Weihnachten in der Bevölkerung nicht den Stellenwert, wie in den meisten anderen christlichen Ländern.
 
 
Piroggen
 
Der große bedeckte Kuchen ist der Zar unter den russischen Nationalgerichten. Auf Russisch heißt die gefüllte Teigtasche "Pirog" (russ.: пирог [pirók]). Vermutlich stammt der Name vom altrussischen Wort "pir" – "Festmahl". Früher wurden Piroggen zu festlichen Anlässen, zu Geburtstagen und für besonders wichtige Gäste zubereitet. Eine traditionelle russische Pirogge ist ein großes Rechteck (3:2). Heutzutage gibt es runde, ovale oder auch dreieckige Piroggen. Selbst auf einer reich gedeckten Festtafel hat eine Pirogge in Russland immer einen Ehrenplatz. Zahlreiche Sprichwörter und Redewendungen weisen auf die besondere Rolle von Piroggen in der russischen Nationalküche hin. Man sagt, zum Beispiel:
 
"Nicht die Wände schmücken ein Haus, sondern die Piroggen" - (russisch: "Не красна изба углами, а красна пирогами" [ni krasná izbá uglámi, a krasná piragámi])
"Es gibt keine Maslenitsa ohne Pfannkuchen und kein Geburtstagskind ohne eine Pirogge."- (russisch: "Без блина не Масленица, без пирога не именинник". [bis bliná ni máslinitsa, bis piragá ni iminínnik])
 
 
"So sind die Piroggen", ist eine gebräuchliche Redewendung, im Sinne von "so ist es", "so läuft es also". (russisch: "Вот такие пироги." [wot takíje piragí], im Sinne von "вот такие дела" [wot takíje dilá]). Es gibt ganz viele verschiedene Variationen von Piroggen. Sie werden aus Hefe- oder Blätterteig gemacht und mit diversen Füllungen kombiniert, zum Beispiel, mit Fisch, Krabben, Fleisch, Weißkraut, Kartoffel (oder Kartoffelpüree), Karotten, Äpfeln, Quark oder Marmelade.

 

Rezept: Hefeteig-Pirogge mit Weißkohl und frischen Kräutern


Damit eine Pirogge aus Hefeteig gelingt, ist es wichtig, den Teig mehrmals gehen zu lassen und ihn immer wieder vorsichtig durchzukneten. Das Besondere an diesem Rezept ist: Weiche (aber nicht zerlassene!) Margarine, Mehl und Ei nicht einfach in den Teig geben, sondern zuerst separat gut miteinander vermengen. Die Pirogge wird richtig "luftig" und bleibt lange frisch.
 
 
Für den Teig:
125 g Margarine
ca. 450 g Mehl
1 Ei
1 Pck. Hefe
200 ml Milch (lauwarm)
1,5 EL Zucker
1 EL Sonnenblumenöl
1 TL Salz
1 Eigelb (zum Bestreichen)
Butter

Für die Füllung:
50 ml Sonnenblumenöl
1 kleiner Weißkohl
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 Bund Petersilie
1 Bund Dill
1 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer, Kümmel

Zum Servieren:
200 ml saure Sahne

 

Zubereitung
  1. Hefe in warmer Milch auflösen, Salz, Zucker, ein bisschen Mehl hinzufügen und ca. 20 Minuten gehen lassen.
  2. Margarine in Stücke hacken. Mehl und Ei dazu geben und alles gut miteinander vermengen. Diese Masse zum Vorteig geben und gut durchmischen.
  3. Sonnenblumenöl und nach Bedarf noch etwas Mehl hinzufügen. Es sollte ein geschmeidiger Teig entstehen. Den Teig zugedeckt an einem warmen Platz gehen lassen.
  4. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin anschwitzen. Weißkohl fein hobeln, in die Pfanne geben und kurz bei stärkerer Hitze anbraten. Mit Kümmel, Pfeffer und Salz würzen und bei schwacher Hitze 10-15 Minuten dünsten.
  5. Kräuter waschen, fein hacken, in die Pfanne geben, alles gut durchmischen und kurz abkühlen lassen.
  6. Den Teig in drei Stücke teilen: groß, mittel und ganz klein (zum Dekorieren). Ein Blech mit dem größeren Teil auslegen und die Ränder 1,5-2 cm hochziehen. Die Füllung auf dem Teil verteilen.
  7. Das mittlere Stück ausrollen, die Pirogge damit abdecken und die Ränder zusammenkleben. Fertige Pirogge noch mal 45 Minuten gehen lassen.
  8. Aus dem kleinen Stück Teig dünne "Würstchen" formen und daraus Blumen oder andere Deko-Elemente formen und Pirogge damit dekorieren (optional). Mit Eigelb bestreichen.
  9. Ofen auf 200-220 °C vorheizen. Pirogge auf mittlerer Schiene ca. 40 Minuten backen.
  10. Pirogge mit Butter bestreichen und mit saurer Sahne servieren.
           
 
Pirogge mit Fleisch
Wer es lieber herzhaft mag, kann die Sauerkraut-Fleisch-Füllung ausprobieren. Zwei mittlere Zwiebeln fein hacken. Eine gehackte Zwiebel und ca. 400 g Hackfleisch anbraten. Salzen, pfeffern. 300-400 g Sauerkraut mit der anderen Zwiebel separat anschwitzen. Hackfleisch und Sauerkraut mischen, etwas abkühlen lassen und Pirogge damit füllen.